Berichte

Zum 60. Todestag von Robert Beining - im Gedenken an den Neugründer des Deutschen Diabetiker Bundes

Robert Beining © Diabetikerbund Bayern

Unterzeichnung des Vertrags - v. li.: Robert Beining, 1. Vorsitzender DDB, Dr. F. Gerritzen, Sekretär der IDF, Hans Ziegler, Schriftführer DDB © Kirchheim-Verlag

* 06. April 1898     † 01. Juni 1961

In kleinem Kreis gründete Robert Beining den Deutschen Diabetiker Bund 1951 neu - auf bayerischem bzw. fränkischen Boden. (Der zuvor seit 1931 bestehende Verband war in den Kriegsjahren aufgelöst worden.) Die Gründungsversammlung fand am 2. Januar 1951 im Rathaus Bad Windsheim statt. Am 28. April 1951 wurde der Deutsche Diabetiker Bund ins Vereinsregister eingetragen. Noch im Gründungsjahr wurde der DDB am 16. Dezember 1951 in die Internationale Diabetes Föderation (IDF) aufgenommen. Die feierliche Unterzeichnung des Vertrages erfolgte im Rathaus Bad Windsheim.

Vorausgegangen waren Jahre der Vorbereitung. Seit 1. Juni 1949 veröffentlichte Robert Beining schon regelmäßig die Zeitschrift „Der Kreis“ - ein Informations- und Rezeptdienst für Diabetiker. Mit Gründung des Deutschen Diabetiker Bundes erschien die Zeitschrift „Der Diabetiker“ als offizielles Verbandsorgan – schon damals im Kirchheim-Verlag Mainz.

Die erste Geschäftsstelle befand sich in Bad Windsheim, später zog sie nach Würzburg um. Robert Beining, Journalist und selbst kein Diabetiker, war ein großer Idealist und besessen von dem Gedanken, „gerade den Leuten helfen zu müssen, die eine Krankheit mit sich herumtragen, welche eigentlich gar keine ist.“ Dieses Ziel verfolgte er mit Hingabe und Aufopferung, immer unterstützt von seiner Frau Elfriede.

Zunächst lag der Fokus seiner Arbeit auf der Zeitschrift. Ärzte und Patienten zogen gemeinsam an einem Strang. Die Artikel stammten von hochkarätigen Fachautoren. Bald wurde sie deshalb auch zunehmend von Ärzten gelesen.

Dank des unermüdlichen Einsatzes von Herrn Beining erfolgte am 12. Dezember 1952 die Anerkennung der „Gemeinnützigkeit und besondere Förderwürdigkeit“. Der Verband wuchs. Mit zunehmender Manpower griff man die frühere Anregung einer Diabetikerin auf und gründete Bezirksverbände, in Bayern zunächst München-Oberbayern und Nürnberg-Nordbayern. Sie boten Fachveranstaltungen, es entstanden Selbsthilfegruppen. Mangels anderer Informationsmöglichkeiten wurden alle Angebote sehr dankbar und zahlreich angenommen.

Immer mehr Ärzte mit Rang und Namen unterstützten Herrn Beining, so auch zwei weltweit berühmte deutsche Diabetes-Forscher, Prof. Dr. Dr. h.c. Grafe und Prof. Dr. Dr. h.c. Katsch, die er als Ehrenpräsidenten des DDB gewinnen konnte.

Seit dem Jahr 1954 fanden Ferienlager für Kinder mit Diabetes aus dem gesamten Bundesgebiet statt, an die sich heute noch viele damalige Teilnehmer gerne erinnern. Schon damals waren diese Ferienlager nicht kostenfrei – auf Antrag beteiligten sich die Krankenkassen an den Kosten.

Gemeinsam wurde für Versicherungsmöglichkeiten gekämpft und ab 1955 die Möglichkeit der Beamtenlaufbahn für Diabetiker erschlossen.

1956, nach 4 Jahren intensiven Einsatzes, gab das Bundesfinanzgericht die einheitliche Regelung einer Steuerermäßigung für Diabetiker bekannt: eine nicht nachzuweisende Pauschale von 60 DM/Monat für Diätverpflegung, also 720 DM/Jahr.

1957 erschien in der Verbandszeitschrift die weithin beachtete Artikel-Serie „Diabetiker Schulung“.

Beining, jahrelang Geschäftsführer und Vorstand, lag das Wachsen des Verbandes, die Zusammenarbeit mit Ärzten und die internationale Vernetzung sehr am Herzen. Unermüdlich kämpfte er für eine Verbesserung der Situation der Betroffenen – und vergaß dabei, auf seine eigene Gesundheit zu achten. So zeigten sich im Jahr 1958 die ersten Anzeichen eines Herzleidens, die erforderliche Schonung gönnte er sich nur unzureichend.

In Anerkennung seiner großen Verdienste überreichte ihm Bundespräsident Heinrich Lübke am 10. November 1960 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Aufgrund dieser Würdigung wurde Herr Beining einer breiten Öffentlichkeit bekannt als Initiator, Organisator und Fürsprecher der damals halben Million an Diabetes erkrankten Menschen in Deutschland, die „unter Vorurteilen, Rückständigkeiten und Unduldsamkeiten ihrer Umwelt zu leiden haben.“

Am 1. Juni 1961 verstarb er plötzlich und unerwartet im Alter von erst 63 Jahren. Am 5. Juni wurde er in seiner Wahlheimat Nürnberg beigesetzt.

Prof. Dr. Oberdisse, Düsseldorf, der Namens des Diabetes Comitees sprach, würdigte den Nichtmediziner als unermüdlichen Streiter in der Bekämpfung des Diabetes.

Willi Rottstock, 2. Präsident DDB, München, dankte für alles, was er für die leidenden Brüder und Schwestern getan hat und versprach, die Arbeit in seinem Sinne fortzuführen.

(Quelle: Chronik des Deutschen Diabetiker Bundes, Elfriede Beining)