Berichte

Wandertradition der DSHG Weiden: Spannende Geschichten im „sagenhaften Tal“

Ein Teil unserer Wandergruppe mit Geopark-Rangerin Eva Ehmann (im Dirndl, 2. v. re.) © Karl-Heinz Stupka

Seit März 2020 war die DSHG Weiden u.U. coronabedingt in Zwangspause. Umso mehr freuten sich alle, dass es im Juni 2022 endlich wieder losgehen konnte. Wir starteten aufgrund der Aktualität und mehrfacher Nachfragen hierzu gleich mit der Vorstellung und den Umstellungsmodalitäten zum CGM-System Freestyle Libre 3. Auch unsere Traditionen ließen wir wieder aufleben!

Jahrzehntelang gingen wir im September immer zum Wandern. So auch heuer am ersten September-Samstag. Unter der Führung von Geopark-Rangerin Eva Ehmann machen wir einen „Waldspaziergang im sagenhaften Lerautal“. Im Schatten der Burgruine Leuchtenberg ging es auf kleinen Wanderpfaden dem Bächlein Lerau entlang. Durch üppiges Grün, kleine Felsformationen, Baumstümpfen und Granitsteinbrüchen führte der knapp 2 1/2-stündige Weg. Gewürzt wurde dieser mit Sagengeschichten und alten Überlieferungen, welche die Rangerin mit großem, rhetorischen Talent erzählte.

An einer besonderen Stelle, der Wolfslohklamm, bot sie die realistische Version von Rotkäppchen so dar: “Der Urenkel des Märchenwolfes fragte darin eine Schafherde, ob sie denn die Geschichte vom bösen Wolf glaube. Dass dieser Rotkäppchen und die Großmutter mit Kleidern und Schuhen verschlungen haben soll und dann, als sein Urgroßvater von einem Menschen, dem Jäger, erschossen worden war, diese unverletzt aus dem Bauch des toten Wolfes geborgen werden konnten? Nicht der Wolf ist die Gefahr - nehmt euch lieber vor den Menschen in Acht", sagte er ihnen. Daraufhin biss er schnell noch einem Schaf die Kehle durch, fraß es auf und schlich von dannen. Die Schafe waren wohl entsetzt, dann aber kam die Osterzeit und es waren viele Lämmer geboren. Auf einmal kamen die Menschen, nahmen ihnen die Lämmer weg, schlachteten und brieten sie am Spieß. Da erinnerte sich ein Schaf noch ganz vage an die Aussage des Wolfes: „Nehmt euch eher vor den Menschen in Acht.“

Einen schönen Ausklang fand dieser besondere Tag mit seinen ebensolchen Geschichten bei der gemeinsamen Brotzeit in einem griechischen Lokal. (Karl-Heinz Stupka)