Berichte Kinder & Jugend Stories

Selbsthilfe unter Corona-Bedingungen - Familienkreis Diabetes München

Wie ein Spaget - ständige Suche nach Lösungsmöglichkeiten auch in der Selbsthilfe © rh2010 - AdobeStock

Wieder ein Hindernis (fast) geschafft! © Marion Köstlmeier

Das war ein Parcours für die Größeren - Wippen in großer Höhe © Marion Köstlmeier

Wo sind sie denn alle? © Marion Köstlmeier

Auch das muss mal sein - ist aber nicht einfach: Klettermontur aus, anstehen mit Abstand, Klettermontur wieder an und kontrollieren lassen ... © Marion Köstlmeier

Selbsthilfegruppen bieten wertvolle Unterstützung, Gemeinschaft, Austausch, Information, Aufgefangen-werden. Man trifft auf Ohren, die verstehen, ohne dass man viel erklären muss. Seit 1987 besteht der Familienkreis Diabetes München, seit 1994 bin ich dabei – aber ein Jahr wie das vergangene haben wir noch nie erlebt. Das gilt natürlich für alle Gruppen – jetzt schon dreizehn Monate „Ausnahmezustand“ und ein „zurück zur Normalität“ noch nicht wirklich absehbar!

Im Januar 2020 war die Welt noch in Ordnung - wir trafen uns zum Elternstammtisch, sprachen über aktuelle Themen und freuten uns aufs 1. Familienevent des Jahres – unser gemeinsames Eislaufen. Am 15. Februar hatten wir viel Spaß auf dem Eis und drumherum im Freizeitpark Grünwald. Die Kinder sahen sich wieder, neue Familien wurden integriert, Eltern und Kinder lernten sich kennen - super war das!!! Wir schmiedeten Pläne für die nächste Unternehmung im April/Mai – doch dann wurde alles anders!

Kurz vor dem Elternstammtisch im März – Corona-Lockdown bis zum Ende der Osterferien! Nichts ging mehr, Schockstarre – jeder war damit beschäftigt, das zu verdauen und in den neuen Alltag zu finden. Damals rechneten wir noch mit „ok, März fällt aus, im Mai sehen wir uns ja wieder. Ausflug planen wir, sobald es wieder möglich ist“. Und dann? Mai fiel erneut aus, aber die Hoffnung auf baldige Besserung der Situation war da. Es ging ja auch ein wenig bergauf.

Lichtblick im Sommer

Der Sommer bot die Möglichkeit von Treffen im Freien – also ab in den Biergarten! Auch anders als sonst, aber endlich wieder Treffen, miteinander reden, wenn auch im Kleinen. Auf Videokonferenzen hatten wir damals noch keine Lust – zu neu war es, ständig für die Arbeit im Homeoffice, inkl. Kinder-Homeoffice (Schule und Kita), am Computer zu sitzen! Auf Familienevents mussten wir verzichten – zu wenig wäre möglich gewesen. Ersatzweise vernetzten wir uns über den E-Mail-Verteiler. So gelang es auch, neuen Familien Kontakte und Austauschmöglichkeiten zu vermitteln.

Doch wie würde es im Herbst weiter gehen?

Im September hatten wir unglaubliches Glück – Elternstammtisch in unserem regulären Treffpunkt! Gerade noch rechtzeitig – eine Woche später so nicht mehr erlaubt.

Eine lange nicht ausgesprochene Frage war: Was passiert mit unserem traditionellen Kletterwaldausflug im Herbst? Geht das oder müssen wir verzichten? Einige waren privat wieder dort gewesen, berichteten zur aktuellen Situation. Nach Rücksprache mit dem Kletterwald-Team startete die doodle-Umfrage mit Hinweis auf die Besonderheiten des Jahres - und viele wollten dabei sein: auch mit Teilung in kleinere Untergruppen, ohne Möglichkeit des gemeinsamen Zusammensitzens, mit Maskenpflicht am Boden usw. Schwierig und von ständigen Anpassungen geprägt war die Vorbereitung. Wie erleichtert waren alle am Morgen des 18. Oktober im Kletterwald – keine kurzfristige Absage, aber natürlich wegen der wieder gestiegenen Corona-Zahlen noch mehr Abstand, noch weniger Gemeinschaft, sondern: jede Familie klettert für sich. Dennoch wussten wir, wer alles „zu uns“ gehört, denn die Familien hatten – mit Abstand und Maske – gemeinsame Einweisung. So klappte Austausch und Kennenlernen von Familie zu Familie auch unter diesen Umständen mit den gebotenen Abstandsregeln. Es war ein wunderschöner Tag, viele sind ängstlich in die Parcours gestartet und mit einer großen Zusatzportion Selbstvertrauen zur Rucksacksammelstelle, unserer „Basisstation“, zurück gekehrt. Hier und da wurden viele Erfahrungen rund um Hilfsmittel, Auswirkung des Kletterns auf den Blutzucker usw. ausgetauscht. Müde, aber „voll gut drauf“ ging es nachmittags nach Hause – in der Hoffnung, uns im ersten Quartal 2021 zum Eislaufen wieder zu sehen: dieses Mal im Ostpark, das wurde direkt beschlossen - ob das klappt? Jetzt, mehr als 4 Monate später, kann ich sagen: Nein - zwar sehr schade, aber in der aktuellen Situation natürlich richtig.

Das Fazit 2020 bis heute, Anfang März 2021: Zwei Familienevents, zwei „reguläre“ Elternstammtische, im Sommer ersatzweise Biergarten – plus viel Vernetzung via E-Mail, viele Telefonate, usw. Wir vermissen unsere Präsenz-Treffen sehr. Doch: Seit einigen Monaten haben wir uns alle ins viele „online“ eingelebt – bis „normal“ wieder möglich ist, finden unsere Treffen aktuell einmal im Monat virtuell statt.

Haltet alle durch! Es kommt auch eine Zeit nach Corona! (Marion Köstlmeier)