Berichte

Ein etwas anderer Bayerischer Diabetestag in Kulmbach - tolle Vorträge, dankbare Teilnehmer

Kristian Senn, Geschäftsführer des Kirchheim-Verlags (li), mit Bernd Franz, Vorstandsvorsitzender, am Fotoautomaten im Außenbereich © Diabetikerbund Bayern

Vor der Halle: Einlass nur mit Registrierung jedes Besuchers © Diabetikerbund Bayern

Abstandsregeln und Maskenpflicht – auch hier eine selbstverständliche Notwendigkeit zum Schutze aller. © Diabetikerbund Bayern

Moderatorin Barbara Schwarz, Berlin, führt souverän durchs Programm © Diabetikerbund Bayern

Blick in den Vortragssaal: Viel Abstand zueinander, Maskenpflicht bis zum Platz, am Platz selbst nicht – alle haben sich perfekt daran gehalten © Diabetikerbund Bayern

Fazit am Ende des Tages mit (v.li.:) Moderatorin Barbara Schwarz, Marion Köstlmeier und Verena Hädrich (beide stellv. Vorstandsvorsitzende) © Diabetikerbund Bayern

Viele Diabetikertage 2020 wurden abgesagt, nicht so unserer - schließlich war der Anlass ein besonderer: der 65. Geburtstag der Diabetes-Selbsthilfe in Bayern! Mit Info-Veranstaltungen begann damals unser Weg – unzählige Menschen haben in den vielen Jahrzehnten vom Austausch untereinander und dem Zugewinn an Wissen in Fachvorträgen profitiert. Corona fordert uns alle heraus und macht Veranstaltungsplanung zum Drahtseilakt, er gelang nur mit Hilfe von MKMesse aus Würzburg, einer jungen, aufstrebenden Messe-Firma.

Wir hatten unglaubliches Glück: in der Woche vor dem 12. September lag die Corona-Inzidenz regional im grünen Bereich! Natürlich unter strenger Einhaltung des Hygienekonzepts, erarbeitet von MKMesse in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt und den Verantwortlichen vor Ort, war rechtzeitig alles bereit: Laufwege markiert, Hinweisschilder angebracht, Desinfektionsmittelständer aufgebaut, Registrierung und Fiebermessung standen parat – pünktlich um 9:30 Uhr wurden die ersten Besucher eingelassen.

Die Beilage in der lokalen Presse und im Radio Plassenburg lockten Interessierte aus der Region in die Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach. Über den Tag verteilt wurden 196 Besucher registriert, dabei waren nie mehr als 98 Teilnehmer gleichzeitig im Gebäude! Auflagen erfüllt!

Nationale Diabetesstrategie

Fast pünktlich begrüßte der Vorstandsvorsitzende Bernd Franz die Gäste gleich mit einer wichtigen Nachricht: Erich Irlstorfer, Gesundheitspolitiker aus Freising und Mitglied des Deutschen Bundestages, hatte eine Videobotschaft in die Veranstaltung gesandt. Darin verkündete er, die Nationale Diabetesstrategie sei jetzt auf den Weg gebracht. Lange haben wir mit vielen anderen hierfür gekämpft! Welch ein schönes Geschenk zum runden Geburtstag.

Moderatorin Barbara Schwarz aus Berlin führte souverän und mit Charme durch ein vielfältiges Programm aus sieben interessanten Vorträgen, präsentiert von ebensolchen Referenten.

Insgesamt sieben Vorträge

Bis zur Mittagspause waren das: „Neues aus der Diabetologie“ von Dr. Gerhard Eberlein, Diabetologe aus Bayreuth, „Wird jetzt alles auf den Kopf gestellt?“ von Ingeborg Schumann, Diabetesberaterin aus Albstadt, „Wohin mit welchen Problemen?“ von Dr. Christopher Scheff, Fachpsychologe Diabetes DDG aus Würzburg und „Jetzt handeln!“ von Rainer Obenauer vom VDBS in Bonn. Nach der Mittagspause folgten „Diabetes und Zähne“ von Prof. Dr. Peter Eickholz, Direktor der Poliklinik für Parodontologie, Universitätsklinik Frankfurt/Main, „Alles süß, aber was macht den Unterschied?“ von Anja Roth, Diplom-Oekotrophologin aus Köln und zum Abschluss „Zucker – das süße Gift“ von Christian Graber, Ernährungsberater und Extremsportler aus Bern.

Info-Stände laden ein

Dazwischen war Gelegenheit zum Besuch der Industrieausstellung, natürlich aufgrund der Corona-Auflagen mit Abstandsregeln und firmeninterner Regelungen dezimiert. Danke allen, die auch in Corona-Zeiten gekommen sind.

Diabetesmuseum München

Auch das Diabetesmuseum München war dabei. Das Ehepaar Neumann zeigte anhand eines winziges Teils der eigentlichen Ausstellung, die in einem Reihenhaus in München beheimatet ist und nach Voranmeldung besucht werden kann, Exponate rund um die Diabetestherapie aus der Vergangenheit bis in die heutige Zeit – es hat sich viel getan in den letzten Jahrzehnten!

Es war ein wirklich ganz besonderer Diabetikertag in einer ebensolchen Zeit. Alle Besucher waren sich einig: Der Tag hat sich gelohnt. Viele Anregungen zum Ausprobieren wurden mit nach Hause genommen, z.B. zur Fett-Protein-Berechnung. Einige Zahnärzte werden sich wundern, dass Patienten nach ihrem „Parodontalen Screening Index (PSI)“ fragen – alle zwei Jahre zahlen die gesetzlichen Krankenkassen dieses Paradontitis-Screening! Wer psychologische Hilfe sucht, kennt jetzt einige Anlaufstellen mehr, die helfen können, zeitnah einen Therapieplatz zu finden. Einige werden ihre Patientenquittung bei der Krankenkasse vor Abschluss einer Versicherung anfordern – und hoffentlich darin nur auf bekanntes stoßen.

Titelbild: Kristian Senn, Geschäftsführer des Kirchheim-Verlags (li), mit Bernd Franz, Vorstandsvorsitzender, am Fotoautomaten im Außenbereich