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Diabgroup Gambia Friends Bayern: Wie eine bayerische NGO in Zeiten von Corona in Gambia Hilfestellung leistet

Bernd Franz bei der Instandsetzung eines Trinkwasserbrunnens © Diabgroup Gambia Friends Bayern

Aufmerksame Zuhörer bei der Hygieneschulung in einer Dorfversammlung © Diabgroup Gambia Friends Bayern

Der deutsche Förderverein Diabgroup Gambia Friends Bayern hilft Dörfern in Gambia durch Trinkwassermanagement.

Über 500.000 Menschen in 900 Dörfern in Gambia profitieren derzeit von Projekten durch den privaten Förderverein Diabgroup Gambia Friends Bayern e. V. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) hat es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2024 alle 7.000 Brunnen in Gambia zu sanieren. Die Kosten für die Reparaturen können von den Einwohnern in den strukturschwachen Regionen nicht aufgebracht werden.

„Schon mit 20 Euro kann man die Ersatzteilversorgung von Verschleißteilen für 2 Jahre sichern. Dies sichert Trinkwasser für 800 Menschen im Dorf. Ziel ist es, gerade in Zeiten von Covid-19 eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen“, erklärt Ferdinand Franz, einer der Aktivposten der Diabgroup Gambia Friends Bayern. Durch die Reparatur verkürzt sich die Wartezeit auf sauberes Trinkwasser von vier Stunden auf 30 Minuten. Nach jeder erfolgreich durchgeführten Reparatur der durch die Handpumpen betriebenen Brunnen folgt jeweils eine dreistündige Hygieneschulung in Form einer Dorfversammlung.

Gambia ist ein Herkunftsland für Migranten und ein Transit- und Zielland für Migranten und Flüchtlinge. Neben dem wirtschaftlichen Niedergang seit den 1980er-Jahren haben Dürre und die hohe Arbeitslosigkeit sowohl zu Binnenmigration als auch zu (legaler und illegaler) Migration ins Ausland geführt. Des Weiteren haben Ernteausfälle aufgrund von Dürreperioden und Heuschreckenplage mit völliger Erntevernichtung zu Armut, Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung geführt. Die Säuglingssterblichkeit in Gambia ist die 17.-höchste der Welt, 16,4% aller Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt.

Zu Beginn waren die Tätigkeitsschwerpunkte der Diabgroup die Gesundheitsversorgung (Diabetes) und Schulbildung. Seit 2004 wurden mehrere Tonnen medizinische Ausrüstung und Medikamente, insbesondere Insulin, durch den Gründer der Diabgroup, Bernd Franz und seine Frau Elisabeth Preisinger-Franz, nach Gambia transportiert. Inzwischen befasst sich die Organisation neben dem Gesundheitswesen und der Schulbildung verstärkt mit Wassermanagement wie dem Brunnenbau, Bau von Sanitäranlagen und Hygieneschulungen sowie Agrar-Projekten wie Erdnussanbau, Dorf-Gemüsegärten und Schulgärten zur Selbstversorgung.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Gambia sind Bauern, die auf Regenfeldbau angewiesen sind. Die landwirtschaftliche Produktivität ist gering und es wird weniger als die Hälfte der Ackerflächen angebaut.
„Uns ist es wichtig durch unsere Projekte einen Mehrwert zu schaffen. Durch die gezielte Entwicklung der Infrastruktur ergeben sich massive Synergieeffekte für die wirtschaftliche Situation in Gambia. Für die Menschen dort bedeuten die sanierten Brunnen mehr Lebensqualität, Schutz vor Krankheiten, mehr Ernteerträge. Durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft und Genossenschaftsbildung bereiten wir die Dörfer auf die Zukunft vor“, so Ferdinand Franz.

Die Diabgroup Gambia Friends Bayern hat mit ihrem Partner vor Ort - „The Gambia Future Now“ – durch die jahrelange Projektarbeit eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung und den zuständigen Gremien und Behörden in Gambia.

Gegründet wurde die Diabgroup Gambia Friends Bayern 2004 durch Bernd Franz, den Vater von Ferdinand Franz. Er ist außerdem Vorstandsvorsitzender des Diabetikerbundes Bayern. Einen weiteren Projekt-Schwerpunkt der Organisation stellt die Gender-Thematik dar, d.h. die Stärkung der Position der Frauen innerhalb der Gesellschaft.

Oberstes Ziel ist die Anschubhilfe im Projekt und Sicherung der Nachhaltigkeit als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Diabgroup ist ein akkreditiertes Mitglied der UNCCD. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation – kurz UNCCD – ist das einzige völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zu Fragen der Landverödung.

Wir sind stolz, als Diabgroup Gambia Friends Bayern mit unserem Partner „The Gambia Future Now“ den Menschen dort seit nunmehr 16 Jahren neue Perspektiven bieten zu können“, freut sich Ferdinand Franz, der die neuen Aktivitäten koordiniert. Unterstützt wird er dabei von einer renommierten Beratungsgesellschaft aus München. (Katharina Försch)

 

Diabgroup Gambia Friends Bayern, Spendenkonten:

  • Sparkasse Haßberge: DE37 7935 0101 0009 0403 20
  • Raiffeisen-Volksbank Haßberge: DE36 7936 3151 0000 0555 90