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Diabetes Interessengemeinschaft Dingolfing: Diätassistentin greift Themen der Diabetiker auf

Josef Rehmeier bedankt sich bei Annemarie Lettl © Josef Rehmeier

Hilfe zur Selbsthilfe bietet die Diätassistentin Annemarie Lettl in ihrer Praxis für Diät- und Ernährungsberatung in Dingolfing an. Sie möchte den mündigen Patienten fördern.

Da dies auch dem Motto der Diabetes Interessengemeinschaft Dingolfing entspricht, lud Josef Rehmeier, Ansprechpartner der Interessengemeinschaft, Annemarie Lettl zum Gruppentreffen ins Gasthaus „Postbräu“ ein. Neben „Ernährung bei Diabetes“ wurde auch das Thema Insulinspritzen nach Spritzschema bzw. gegessenen Broteinheiten vorgestellt und diskutiert.

Die Insulintherapie ist eine Behandlungsmethode in der Diabetologie. Dabei wird zur Therapie des erhöhten Blutzuckers Insulin verabreicht, um den Mangel des körpereigenen Stoffwechselhormons auszugleichen. Hierzu stellt Annemarie Lettl zwei Behandlungsstrategien vor. Die für die individuelle Situation wählen Arzt und Patient gemeinsam aus. Für den Patienten einfach, aber wenig flexibel: Der Arzt legt ein Spritzschema fest, der Patient spritzt die darin vorgegebene Insulin-Menge zur Mahlzeit. Da hier die individuelle Mahlzeit nicht genau berechnet wird, birgt dies die Gefahr von größeren Blutzuckerschwankungen. Für den Betroffenen aufwändiger, aber sehr flexibel: Er/Sie ermittelt zu jeder Mahlzeit die Menge der enthaltenen Kohlenhydrate bzw. Brot-/Kohlenhydrateinheiten (1 BE = 12 g Kohlenhydrate, gebräuchlicher ist heute 1 KE = 10 g Kohlenhydrate), berechnet danach die erforderlichen Insulineinheiten und spritzt sie vor der Mahlzeit. Dies ermöglicht eine passgenauere Einstellung, erfordert jedoch eine stärkere Auseinandersetzung mit der Erkrankung.

„Der Blutzuckeranstieg kann durch Ballaststoffe, Fett, Eiweiß und auch dem Garzustand der verzehrten Lebensmittel beeinflusst werden“ erklärt die Diätassistentin. Wichtig ist somit auch der Verarbeitungsgrad der Beilagen. Der Gehalt an Ballaststoffen sollte bei Diabetespatienten vorzugsweise 40 g pro Tag betragen. Der Einbau von 5 x Gemüse am Tag, 4 x Hülsenfrüchte pro Woche und hochwertigen einfach ungesättigten Fettsäuren, z.B. Olivenöl / Rapsöl, kann der Schlüssel zur Gewichtsreduktion sein. Des weiteren kann eine gleichmäßige Verteilung der Brot- bzw. Kohlenhydrateinheiten (BE/KE) über den Tag (fünf Mahlzeiten) hilfreich sein. Hier ist jedoch sehr auf die Portionsgröße zu achten, um keine Gewichtszunahme zu fördern. Da Ernährung ein wichtiger Therapiebaustein bei Typ-2-Diabetes ist und lebenslang durchgeführt werden muss, sollte die Empfehlung den eigenen Vorlieben und Abneigungen entsprechen und mit dem persönlichen Alltag kompatibel sein. Denn nur dann können diese auch tatsächlich langfristig in das eigene Leben integriert werden. Die Diät- und Ernährungsberatung kann hier helfen, die individuelle Umsetzung der Therapiemaßnahmen zu erarbeiten und bei der Umsetzung zu unterstützen.

Der letzte, aber sehr wichtige Baustein zur Gewichtsreduktion ist selbstverständlich die Bewegung. Radfahren, Joggen, Wandern, Leichtathletik oder jede andere Art der Bewegung ist nicht nur zum Zuckerabbau wichtig, sondern auch für ein stabiles Herz-Kreislauf-System. Zu all diesen Themen wurden von Annemarie Lettl noch viele Fragen beantwortet und so kam ein langer, reger Austausch zwischen Referentin und den Anwesenden zu Stande. (Josef Rehmeier)