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Zum 10. Todestag: Erinnerung an Anita Storch

Viele von Ihnen erinnern sich noch an Anita Storch, unsere ehemalige Landesvorsitzende. Am 3. Juli 2002 verstarb sie unerwartet – drei Tage zuvor war sie noch putzmunter auf dem DiabetesMarkt in Augsburg. Hier wollen wir an sie, ihr bewegtes und engagiertes Leben erinnern.

 

Im Alter von 18 Jahren – 1937 - erkrankte sie an Typ-1-Diabetes – ihre Mutter, selbst auch Diabetikerin, gab ihr mit auf den Weg: „Tochter, vergiss das Lachen nicht!“. Ihre Eltern waren Schauspieler und Sänger und auch sie schlug diese Richtung ein und studierte Gesang und Schauspiel. Als bekannte Operettensängerin lernte sie ganz Deutschland kennen. Sie ist u.a. mit Johannes Heesters aufgetreten - mit ihm blieb sie bis zum Ende ihres Lebens in engem Kontakt. 1958 führte sie ihre 2. Eheschließung nach Unterhaching bei München, wo sie sesshaft wurde und ein Restaurant eröffnete.

 

Später landete sie in München. Hier engagierte sie sich gesellschaftspolitisch im Bezirksausschuss München-Giesing und darüber hinaus. Ihre vielen überparteilichen Kontakte halfen ihr auch im späteren intensiven Einsatz für Diabetiker oft weiter.

 

Ihr Engagement im Deutschen Diabetiker Bund begann 1982 mit der Neugründung des Bezirksverbandes München. Noch im selben Jahr wurde sie zur stellv. Landesvorsitzenden gewählt. Sie arbeitete unermüdlich, es entstanden damals viele neue Gruppen und die Mitgliederzahlen stiegen. Aber die Landesarbeit war noch zu wenig: Von 1985 bis 1993 war sie zudem stellv. Bundesvorsitzende. Mit Unterstützung des Landesvorstandes schaffte sie es herausragend beide Ämter auszufüllen. Sie war ständig unterwegs – immer mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensumstände und Versorgungssituation aller Diabetiker. Franz-Josef Strauß und sie schafften es gemeinsam, den Fürstenhof in Bad Kissingen – die erste Diabetes-Reha-Klinik in Bayern – zu realisieren, die leider aus Kostengründen 2004 geschlossen wurde. Im Herbst 1988 wurde sie zur Landesvorsitzenden gewählt. Dieses Amt füllte sie bis 1996 aus. Auf eigenen Wunsch kandidierte sie nicht mehr und gab „den Platz für Jüngere und neue Ideen frei“. Aber in München war sie weiter präsent und wo sie konnte und gefragt wurde, setzte sie sich ein.

 

Alle, die sie kannten und mit ihr zusammenarbeiteten, sind heute noch sehr beeindruckt von ihrer Ausdauer, Tatkraft und ihrem Biss – einfach war sie nicht, aber ihre Weitsicht und ihr unermüdlicher Wille ließen sie nie aufgeben, bis ein Ziel erreicht war. Sie verschaffte sich hierdurch großen Respekt auch in Fachkreisen. Sie half, wo immer und wem immer sie konnte. Für dieses ehrenamtliche Engagement erhielt sie viele Auszeichnungen: Medaille „München leuchtet“, Bundesverdienstkreuz (1992), Bayerischer Verdienstorden (1994), „Diamantene Ehrennadel“ (DDB, 2000), Gerhardt-Katsch-Medaille (1994), Medaille des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts (1999). Sie war maßgeblich an der Gründung der Deutschen Diabetes-Stiftung beteiligt und als Ehrenmitglied des Kuratoriums aktiv bis zum Schluss.

 

Seit 1937 lebte sie mit Typ-1-Diabetes und durch ihre langjährige Diabeteserfahrung war sie ein Vorbild und Mutmacher für viele. Sie war aktiv bis zum Schluss, soweit es ihre Gesundheit erlaubte.

 

Hier noch ein Gedanke von ihr – Auszug aus einem unvollendeten Buch über ihr bewegtes Leben:

 

Vielleicht wird man stolpern,
manchmal sogar fallen,
das ist normal und zu erwarten.
Steh auf, stell Dich auf Deine Füße,
ernüchtert, aber gescheiter und geh Deinen Weg weiter!

 

Vielen Dank, Anita Storch

veröffentlicht am 03. Juli 2012

Anita Storch: geb. am 11.09.1919, verstorben: 03.07.2002

Anita Storch mit Graf Lutz zu Dohna (damals Deutsche Diabetes Stiftung, 2002 -2007 Bundesgeschäftsführer des DDB) auf dem Sommerfest des Elternkreises für an Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche in München.

Anita Storch und Regine Hildebrand – gemeinsam engagierten sie sich für Soziales.

Anita Storch mit Helmut Knöchel, dem leider verstorbenen sehr engagierten Vorsitzenden des Regionalverbands Oberfranken-Ost