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Notfall Unterzucker!

Viele Menschen im persönlichen Umfeld von Diabetikern wissen nur wenig über diese akute Gefahr der Erkrankung. Deshalb möchten wir eine Broschüre erstellen. Hierzu sind wir auf Ihre Hilfe als „erfahrene betroffene Angehörige“ angewiesen.

Schreiben oder mailen Sie uns Ihre Erfahrungen, z.B.

  • Wie erkennen Sie eine Unterzuckerung Ihres Partners/Ihres Kindes?
  • Ihre Tipps und Tricks, wie Sie im Notfall helfen und
    wie sich der Betroffene helfen lässt!
  • Welche Fragen sind für Sie im Notfall am Wichtigsten?
  • Was ist sonst noch wichtig für Angehörige und sollte in diese Broschüre?

Wir freuen uns auf jede Rückmeldung!

Diese Idee wurde nach einem Gruppentreffen zum Thema Erfahrungsaustausch SPEZIAL in der Schwabacher Typ-1-Gruppe "geboren".

 

Hier ein Bericht zum Treffen von Elke Popp. stellv. Gruppenleiterin:

Weil oft mit betroffen und als Helfer gefragt, waren Angehörige und Partner zu Theorie und ganz speziellem Erfahrungsaustausch besonders eingeladen!

Sigrid Ullherr, die Referentin des Abends, ist nicht nur ehrenamtliche Rettungssanitäterin, sondern als Ehefrau eines Typ-1ers und Mitglieds der SHG sozusagen auch „selbst betroffen“! Deshalb konnte sie auch gleich ihre eigenen Erfahrungen zum Thema mit einbringen. Anfangs wurden sowohl von uns als auch unseren Angehörigen Argumente gesammelt, wann und warum bei einer Hypo Hilfe angesagt ist und wann nicht. Allein diese Frage war nicht eindeutig zu beantworten und schnell wurde klar, dass die Gründe, ob helfen oder nicht, differenziert zu betrachten sind. In den meisten Fällen können wir Diabetiker uns bei einem niedrigen Blutzucker (BZ) oder bei Hypo-Symptomen schnell und ohne großes Aufsehen selbst helfen – ein paar schnelle Kohlenhydrate und schon sind wir wieder voll da – aber was, wenn dies nicht rechtzeitig erkannt wird oder nicht ausreicht? Wie nehmen unsere Familien die drohende Notsituation wahr? Lassen wir uns dann immer helfen? Teils wird die Gefahr von uns verdrängt, wir wollen einen Unterzucker nicht wahr haben, wir wollen uns vielleicht einfach nicht helfen lassen – für unser Umfeld wichtig: dies kann bereits Folge der Unterzuckerung sein, deshalb sind hier bereits Wachsamkeit und Hartnäckigkeit gefragt!

 

Eine starke oder anhaltende Unterzuckerung kann bis zur Bewusstlosigkeit führen! Um im Notfall als Angehöriger richtig zu reagieren, schilderte Sigrid Ullherr die Symptome der Bewusstlosigkeit und machte anschaulich und eindringlich auf die Gefahren dieser lebensbedrohlichen Situation aufmerksam - deshalb: immer Notarzt rufen! Dann war „Praxis“ angesagt, alle konnten unter Anleitung der Referentin die stabile Seitenlage üben, auch wir Diabetiker, denn diese Sofort-Maßnahme, die fast alle schon einmal in einem Erste-Hilfe-Kurs erlernt haben, kann auch in anderen Notfällen erforderlich sein – jeder sollte sie beherrschen!

 

Durch den gesamten Abend zog sich reger Erfahrungsaustausch. Angehörige beschrieben Symptome, anhand derer sie erkennen, dass mit uns etwas nicht stimmt. Unsere Partner und Familienangehörigen schilderten lebhaft, wie sie unsere „Hypos erkennen und erleben“ und mit welchen Tricks sie uns zum Essen und/oder Messen „bewegen“. Auch Wirkung und Einsatz der Glucagon-Spritze wurden demonstriert und diskutiert. Wir als Betroffene hoffen einfach, dass uns im Notfall „Unterzucker“ geholfen wird, vergessen dabei aber, dass dies für unsere Mitmenschen nicht immer einfach ist. Aufregung, Stress, Panik, Angst etwas falsch zu machen oder uns zu verletzen, beeinflussen das Handeln - außerdem sind wir Diabetiker in dieser Situation nicht immer einsichtig und kooperativ!

 

Am Ende des Abends nahmen unsere „Gäste“ und auch wir Typ-1er viele Tipps und Anregungen für die Zukunft mit nach Hause. Uns wurde klar, dass nicht nur wir selbst immer wieder aufs Neue lernen sollten, mit der Erkrankung zu leben, sondern dass auch unsere Familien in gewisser Weise betroffen sind, deshalb: DANKE an alle, auf die wir uns im NOTFALL Unterzucker verlassen können!

veröffentlicht am 31. Mai 2012

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