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Diabetes-Kinder: Immer wieder Verunsicherung bei Lehrern

Selbstverständliche Inklusion für Diabetes-Kinder sollte in Bayern die Regel sein, das wünschen wir uns und natürlich auch alle betroffenen Familien. Leider ist dies aber nicht immer so.

Es geht um Ermessensspielräume und rechtliche und versicherungstechnische Fragen, die von unterschiedlichen Stellen verschieden ausgelegt werden. Das führt, wie kann es auch anders sein, vielfach zur Verunsicherung auf Seiten der Lehrer, die oft gerne helfen würden, aber u.a. Angst haben, in Haftung genommen zu werden, wenn Fehler passieren.

 

Wir fordern: Unterstützung für Lehrer


Wir brauchen endlich auch in Bayern eine klare Regelung, die die Inklusion von Kindern mit Diabetes nicht vom Mut der Lehrkraft abhängig macht, sondern für alle – betroffene Familien und Lehrer – eine verlässliche Basis darstellt. Die Kinder brauchen nicht viel und vor allem auch nicht lange – sie werden mit zunehmendem Alter von ganz alleine selbstständig und von der Lehrkraft unabhängig.


Leider ist dies trotz zahlreicher Aktionen und Gespräche immer noch nicht gelungen. Wir setzen neu an, nachdem viele Politiker, mit denen wir in gutem Kontakt standen, nach den letzten Wahlen ausgeschieden sind oder mittlerweile andere Aufgaben wahrnehmen.


Erfolgreiche Petition in Thüringen


Hoffnungsvoll stimmt auch ein Weg, der in Thüringen gegangen wurde: Dort stellte die Diabetologin Dr. Jutta Wendenburg im Oktober 2013 die Online-Petition „Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes in Kindergärten und Schulen“ ein, die über 1700 Menschen mitgezeichnet haben, darunter auch viele Familien aus Bayern. Am 14. Januar 2014 fand die öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss statt. Mit einbezogen waren der Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie der Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit. Es war ein langer Weg, aber in Thüringen finden jetzt anlassbezogene Fortbildungen statt, wenn bei einem Kind Diabetes Typ 1 auftritt. Organisation und Finanzierung erfolgen über das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. Zusätzlich wurde die „Handreichung zur Medikation von Schülern während des Zeit des Schulbesuchs“ als Hilfestellung für Lehrer und Erzieher entwickelt. Aus dem Abschlussbericht: „Nach den abschließenden Feststellungen des Petitionsausschusses konnte mit der Sicherstellung der schulseitigen Finanzierung und Durchführung von Diabetes-Fortbildungsmaßnahmen durch die Petition eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Versorgung von Kindern mit Diabetes mellitus Typ 1 in Schulen erzielt werden.

Für den Bereich der Kindergärten konnte der Petitionsausschuss zunächst erreichen, dass entsprechende „Hinweise zur Verabreichung von Medikamenten an Kinder in Kindertagesstätten“ herausgegeben wurden. Nach der Auffassung des Petitionsausschusses sollte anlassbezogen auch in jeder Kindertagesstätte mindestens eine pädagogische Fachkraft entsprechend geschult werden.“

 

Diese Option ist, wenn andere Wege nicht fruchten, auch eine Möglichkeit für uns – dazu benötigen wir die Unterstützung vieler Familien: Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit, seien Sie bereit, mit uns gemeinsam zu kämpfen, denn auch Frau Dr. Wendenburg schaffte dies nicht alleine. Bitte wenden Sie sich an Marion Köstlmeier, E-Mail muenchen@diabetikerbund-bayern.de oder Tel.: 089/22 73 41.

veröffentlicht am 23. März 2015