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DDB lehnt Zucker-Fett-Steuer ab!

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) - und wir, der Diabetikerbund Bayern e.V. - lehnen die Forderung anderer Diabetes-Organisationen nach einer höheren Mehrwertsteuer auf süße und fettige Lebensmittel („Zucker-Fett-Steuer“) zur Prävention von Übergewicht und Diabetes ab. Dies würde dem heutigen Selbstverständnis des Diabetes widersprechen, kritisiert der DDB.

 

Eine solche Steuer führe nur dazu, dass alte Vorurteile über Menschen mit Diabetes – sie seien dick, dumm und gefräßig – wieder zementiert werden, so der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler. Dabei weiß die Diabetesforschung heute, dass bei starkem Übergewicht immer auch genetische Faktoren für den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes eine große Rolle spielen. Diabetes sei also gerade keine Lifestyle-Erkrankung, erklärt er. Ziel müsse vielmehr eine ausgewogene Ernährung sein, „zu der Zucker und Fett in einem ausgewogenen Umfang genauso dazu gehören.“

 

Zuckersteuer = Hypos teurer

Darüber hinaus sind Diabetiker bei Unterzuckerungen auf Süßes wie Traubenzucker, Cola oder Gummibärchen, angewiesen. „Mit einer Zucker-Fett-Steuer werden auch Hypoglykämien für die Diabetespatienten teurer“, so Möhler.

Die Zucker-Fett-Steuer soll im Rahmen des Nationalen Diabetesplans umgesetzt werden, der im Juli durch eine Mehrheit im Bundesrat politischen Schub bekommen hat. Den Diabetesplan und die darin verankerte Forderung nach einer verbesserten Diabetes-Prävention und -Behandlung befürwortet der DDB jedoch grundsätzlich.

veröffentlicht am 28. Juli 2014

© Dieter Möhler, Bundesvorsitzender