Berichte aus dem kontakt

Vielfalt der Blutzuckermesssysteme und was muss ich beachten?

Michael Munninger, Ernährungsberater in Nürnberg, klärte die Mitglieder der Röthenbacher Selbsthilfegruppe beim Mai-Treffen rund um die heute verfügbaren Möglichkeiten auf.

„Das ist ein Riesenkomplex“ begann Herr Munninger seine Ausführungen. In den nächsten 1 ½ Stunden tat er alles, um dieses umfassende Thema für alle Gruppenteilnehmer verständlich abzuhandeln.

Zuerst gab er uns einen Überblick über die verschiedensten sich auf dem Markt befindlichen Blutzuckermessysteme – von den weit verbreiteten Blutzuckermessgeräten, bei denen man den Wert mittels Fingerpieks und Teststreifen bestimmt, bis zu den kontinuierlichen Messsystemen mittels Sensoren (FGM/CGM). Wichtig: Es gilt, für jeden Diabetiker das für ihn passende und handhabbare Messsystem zu finden, denn nicht jeder kommt mit jedem Gerät zurecht.

Durch die Blutzuckerselbstkontrolle wollen wir die aktuelle Stoffwechselsituation erkennen – wir können mit den richtigen Schlüssen Über- oder Unterzuckerungen vermeiden und damit mehr Sicherheit im Alltag erlangen – wichtige Voraussetzung dazu ist natürlich die entsprechende Schulung.
Sollte das Messergebnis einmal nicht dem Befinden entsprechen, sollte die Messung wiederholt und mögliche Fehlerquellen dabei ausgeschaltet werden. Hände waschen und dabei Seife gut abgespülen (ja, sie kann Zucker enthalten!),die Finger dürfen beim Testen nicht zu feucht sein.

Es kann viele Ursachen haben, wenn der Blutzucker zu hoch oder zu niedrig ist. Reflektieren Sie ihren Tagesablauf zuvor, einschließlich des Essens – so finden sich oft Gründe, woher die Werte kommen. Aktivitäten, Bewegung und Sport senken im Normalfall den Blutzucker. Zu viel davon bzw. ungewöhnlich anstrengend oder Hektik im Alltag und Beruf erzeugt jedoch Stress, der das Gegenteil bewirken kann.

Bitte auch überprüfen: Funktioniert der Pen? Sind Luftblasen in der Kartusche? Haben Sie die Nadel gewechselt? Sind die Teststreifen in Ordnung? Luftfeuchtigkeit und zu hohe Temperaturen können ihnen schaden!

Herr Munninger empfahl uns besonders, ein Tagebuch zu führen. Dieses ist die Grundlage für die medizinische Betreuung in der Praxis, denn damit kann der Verlauf der Blutzucker-Werte nachvollzogen werden. Es dient sowohl als Grundlage für eine erfolgreiche Therapie wie als Nachweis des selbstständigen und verantwortlichen Diabetes-Managements bei Behörden und Krankenkassen, auch im Zusammenhang mit Autofahren kann ein vollständiges Tagebuch sehr wichtig werden.

Im Anschluss beantwortete er geduldig zahlreiche Fragen der Teilnehmer. Bevor er mit viel Applaus und einer kleinen Aufmerksamkeit von der Gruppe verabschiedet wurde, schloss er mit einem kleinen Witz: „Herr Ober, den Kaffee nur mit Milch, Zucker habe ich selber.“ (Brigitte Laue)

veröffentlicht am 28. September 2017