Berichte aus dem kontakt

Tabletten und ihre Wirkungen untereinander und auf den Diabetes

So lautete das Thema des März-Treffens der SHG Röthenbach. Referentin Frau Dr. Karl erläuterte für alle verständlich Wechselwirkungen von Medikamenten untereinander und den Einfluss verschiedener Medikamentengruppen auf den Diabetes.


Zunächst ist wichtig zu wissen, wofür bzw. wogegen die jeweiligen Medikamente eingesetzt werden. Die Wirkungsweise und Wechselwirkungen untereinander sind weitere ganz entscheidende Punkte.


Viele Patienten suchen für vermeintliche "Kleinigkeiten", z.B. Stress, Schlafstörungen und zur Beruhigung, oft Hilfe „in der Apotheke der Natur“. Da bietet sich schnell das vielen bekannte Johanniskraut an, das häufig als „Arnika der Nerven“ bezeichnet wird. Johanniskraut kann vollkommen unbedenklich eingenommen werden, wenn keine weiteren Medikamente zum Einsatz kommen. In Kombination mit anderen Medikamenten kommt es oft zu Wechselwirkungen - und das kann sogar gefährlich werden!


Warnung: Johanniskraut und Marcumar


In Kombination mit Marcumar bzw. Blutgerinnungshemmern aus dieser Gruppe sollten Sie Johanniskraut vermeiden, da es die Wirkung dieser Medikamente abschwächen und damit das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen könnte!
Auch Asthmapräparate können in Verbindung mit Johanniskraut ihre Wirksamkeit einbüßen. Deshalb der ärztliche Rat: Fragen Sie vor dem Einsatz von Johanniskraut immer ihren Arzt, ob Sie ihre Medikamente bedenkenlos damit kombinieren können.


Cortison ist ein häufig eingesetzter Wirkstoff bei Entzündungen. Hier sollten Diabetiker und ihre Ärzte wissen, dass Cortison als Gegenspieler des Insulins dessen Wirkung stark herabsetzt. Dadurch steigt der Blutzucker an. Deshalb muss man bei Cortisoneinsatz die Diabetesmedikation meist anpassen. z.B. sind oft höhere Tablettendosen notwendig, manchmal evtl. auch ein zusätzliches Medikament. Insulinpflichtige benötigen mehr Insulin. Mancher, der bisher ohne Tabletten bzw. Insulin auskam, muss während der Cortisontherapie evtl. Medikamente nehmen oder Insulin spritzen.
Auch bestimmte Diuretika (Wassertabletten) können den Blutzucker ansteigen lassen!


Dies ist nur eine kleine Auswahl von Medikamenten, die sich gegenseitig negativ beeinflussen oder/und Auswirkungen auf unseren Diabetes haben können.


Daher appellierte Frau Dr. Karl: Der sicherste Weg ist immer der zu Ihrem behandelnden Arzt: Er sollte wissen, welche Medikamente Sie einnehmen – sagen Sie ihm bitte auch, welche Medikamente Fachärzte Ihnen verordnet haben! Nur wenn er alles weiß, kann er Ihnen sagen, ob sich Ihre Tabletten miteinander vertragen bzw. Änderungen vornehmen – bei Bedarf natürlich in Abstimmung mit verordnenden Fachärzten.


Bevor Frau Dr. Karl mit Dank und viel Applaus verabschiedet wurde, beantwortete sie geduldig viele persönliche Fragen von Gruppenteilnehmern, denn so ziemlich jede(r) von uns nimmt nicht nur ein Medikament! (Brigitte Laue)

veröffentlicht am 04. Mai 2017