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Fr1da-Studie in Bayern gestartet Typ 1 Diabetes: Früh erkennen - Früh gut behandeln

Am 10. November fiel in einer Pressekonferenz der Startschuss für ein bayernweites, kostenloses und freiwilliges Screening zur Früherkennung des Typ 1 Diabetes bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren. Ziel ist es, durch eine frühe Diagnose die betroffenen Kinder frühzeitig und bestmöglich zu behandeln.

Studienleiterin Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München, betonte die Bedeutung dieser häufigsten Stoffwechselerkrankung im Kindesalter: „Bundesweit sind etwa 15.000 Kinder unter 14 Jahren von Typ 1 Diabetes betroffen und wir rechnen mit weiter steigenden Zahlen.“ Die Erkrankung trifft die jungen Patienten und ihre Familien meist plötzlich und völlig unerwartet. Nicht selten wird die Diagnose im Rahmen einer lebensbedrohlichen Entgleisung des Blutzuckers gestellt. „Mittels Diabetes-typischer Autoantikörper können wir die Erkrankung schon Monate bis Jahre vor ihrem Ausbruch feststellen“, so Ziegler. „Dies gibt den Familien wertvolle Zeit, um sich auf den Umgang mit der Erkrankung vorzubereiten.“ Im Rahmen der Fr1da-Studie forschen Wissenschaftler auch an innovativen Ansätzen, um den Erkrankungsausbruch zu verzögern oder gar zu verhindern. Mit dem Screening wollen sie Teilnehmer identifizieren, die von einer solchen Behandlung profitieren könnten.

Schirmherrschaft: Melanie Huml

Die Schirmherrschaft für das bundesweit einzigartige Projekt übernahm Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml: „Mir ist es sowohl als Gesundheitsministerin als auch als Mutter eines kleinen Sohnes ein großes Anliegen, dass Eltern chronisch kranker Kinder von Anfang an unterstützt werden.“
Projektpartner der Fr1da-Studie sind bislang die TU München, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. Landesverband Bayern, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie PaedNetz Bayern. Gefördert wird das Projekt vom Helmholtz Zentrum München, der Gesundheitsinitiative „Gesund.Leben.Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, dem Landesverband Bayern der Betriebskrankenkassen und der US-amerikanischen Organisation zur Förderung der Diabetesforschung und -prävention JDRF. (PM Helmholtz Zentrum München)

Bitte helfen auch Sie mit:
Informieren Sie Familien mit Kindern in Ihrem Umfeld über diese kostenfreie Vorsorgemöglichkeit!

Wie läuft die Studie ab?

Die Studie richtet sich an alle Familien mit Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren. Zur Studienteilnahme ist eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern erforderlich. Die Untersuchung kann bei jeden Kinderarztbesuch oder im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Es ist nur ein kleiner Fingerpiks zur Probengewinnung erforderlich. Die Blutprobe wird an das Labor des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, geschickt und auf Inselautoantikörper getestet. (Mögliche Blutreste werden verworfen, die Proben werden nicht für andere Zwecke verwendet.)

Keine Nachricht = gute Nachricht: Hören Sie innerhalb von acht Wochen nach dem Test nichts von Ihrem Arzt, wurden keine Antikörper gefunden. Jedes auffällige Ergebnis wird Ihrem Arzt mitgeteilt, der mit Ihnen Kontakt aufnimmt. Es erfolgt dann eine zweite Testung. Werden Inselautoantikörper gefunden, ist die Diagnose „frühes Stadium des Typ 1 Diabetes“ gestellt. Sie werden informiert und an geeignete Zentren verwiesen, wo Ihr Kind engmaschig untersucht und Sie ausführlich beraten und geschult werden. Es ist davon auszugehen, dass 80 % der Kinder, bei denen Inselautoantikörper gefunden werden, innerhalb von zehn Jahren mit der Insulinbehandlung beginnen müssen. Im frühen Stadium haben die meisten Kinder keine Symptome. Der Stoffwechsel wird regelmäßig überprüft, um frühzeitig zu erkennen, wann mit einer Insulinbehandlung begonnen werden muss. Eine gefährliche, notfallmäßig zu versorgende Stoffwechselentgleisung wird so vermeiden.

Weitere Infos über die kostenlose Hotline:
Tel. 0800/ 4 64 88 35
oder auf der Homepage der Studie.

veröffentlicht am 13. März 2015

© Helmholtz Zentrum München - Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler

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