Berichte aus dem kontakt

Flugreisen - ein Problem für Diabetiker?

Vor einiger Zeit wandte sich ein niedergelassener Münchner Diabetologe an Bernd Franz. Ein Patient hatte schlechte Erfahrungen mit den Grenzkontrollbehörden am Münchner Flughafen gemacht.

Was war passiert?

Dem Typ 2 Diabetiker, behandelt mit ICT (intensivierte konventionelle Insulintherapie) war beim Einchecken zu einem Langstreckenflug nach Südamerika einer seiner beiden Insulinpens weggenommen worden mit dem Hinweis, ein Pen würde genügen! Einbehalten wurde ausgerechnet der Pen für Normalinsulin, den Pen mit langwirksamem Analoginsulin durfte der Reisende behalten! Dabei hatte sich der Patient vorbildlich vorbereitet und ein vom Diabetologen ausgefülltes und abgestempeltes Formblatt mit genauer Aufstellung des notwendigen mitzuführenden Diabetesbedarfs vorgelegt. (Dieses mehrsprachige Formblatt können Mitglieder in den beiden Büros anfordern!)

Aus Sicht des Arztes war das Vorgehen der Grenzbehörden absolut unverantwortlich und gerade wegen des Langstreckenflugs potentiell gesundheitsgefährdend. Er bat Bernd Franz, sich bei den Verantwortlichen einzusetzen, „damit solcher Unsinn in Zukunft unterbleibt“ – im Falle eines Typ 1 Diabetikers, dem das Gleiche widerfahren könnte, wäre die Gefahr einer Stoffwechselentgleisung während eines 10-12 stündigen Fluges noch sehr viel höher!

Bernd Franz sprach mit dem zuständigen Innenministerium, informierte ebenso das Arbeits- und Gesundheitsministerium. Gemeinsam mit dem Diabetologen wurden die genauen Flugdaten an die zuständigen Stellen zur Ursachenforschung weiter gegeben.

Nach einiger Zeit meldete sich der Diabetologe wieder und berichtete, die Mitarbeiter des Flughafens hätten sich bei dem Reisenden gemeldet und für den Vorfall entschuldigt. Der Patient und er dankten für die Unterstützung durch den Diabetikerbund Bayern! Die Aufklärung aufgrund diesen Vorfalls hat seither sicher vielen Diabetikern am Münchner Flughafen geholfen.

Liebe Mitglieder, Sie sehen, auch im Nachhinein lohnt es sich, auf Missstände aufmerksam zu machen und zu versuchen, sie zu klären. Bitte wenden Sie sich an uns – wir können nur da zupacken und helfen, wo uns Probleme bekannt werden! (mk)

veröffentlicht am 24. Februar 2010

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