Berichte aus dem kontakt

FGM, CGM, BZ-Messung – was kann was?

Blutzuckerselbstmessung
Die herkömmliche Blutzuckerselbstmessung ist heutiger Standard für insulinpflichtige Diabetiker. Dabei stechen sich die Betroffenen mehrfach täglich in die Fingerbeere, alternativ in Handballen oder Ohrläppchen, und gewinnen eine kleine Menge Blut. Vorher haben sie das Blutzuckermessgerät mit dem entsprechenden Teststreifen startklar gemacht. Auf diesen Teststreifen wird dieses Blut aufgetragen und nach wenigen Sekunden kann man den aktuellen Blutzuckerwert ablesen. Das ist aber nur der momentane Wert – man sieht nicht, ob der Blutzucker gerade stabil ist oder steigt bzw. fällt. Um dies zu erfahren, müsste in kurzen Abständen erneut gemessen werden – aber: Blutzuckerteststreifen kosten nicht wenig und sind deshalb in der Menge limitiert.


FGM = Flash Glucose Monitoring
Das einzige Gerät dieser Gruppe ist derzeit der angesprochene Freestyle Libre®. Der Sensor ist vorkalibriert und misst, einmal gesetzt, den Gewebezucker kontinuierlich bis zu 14 Tage lang. Der Sensor selbst speichert die Werte für maximal acht Stunden. Mittels berührungslosem Drüberfahrens des zugehörigen Scanners, auch durch Kleidung hindurch, liest man die Daten aus. Angezeigt werden der aktuelle Gewebezuckerwert mit einem Trendpfeil, der hinweist, in welche Richtung sich der Wert momentan entwickelt (gleichbleibend, leicht oder stark fallend bzw. steigend) und den grafisch dargestellten Verlauf der letzten Stunden. Um den Wert angezeigt zu bekommen, muss man selbst aktiv werden und mit dem Scanner über den Sensor fahren, denn Scanner und Sensor sind nicht ständig miteinander verbunden. Daher kann auch kein Alarm ausgelöst werden - das kann CGM.


CGM = Continuierliches Glucose Monitoring
Hier sind mehrere Systeme auf dem Markt, teils gekoppelt mit Insulinpumpen und teils als separate Systeme. Auch diese Sensoren messen den Gewebezucker kontinuierlich, die Liegezeit ist je nach System verschieden, aber deutlich kürzer als die des Freestyle Libre®. Ein weiterer Unterschied: Diese Sensoren müssen mit regelmäßigen Blutzuckermessungen kalibriert werden, in welchen Abständen ist von System zu System verschieden. Ihr Vorteil: Sie senden ihre Messwerte ständig ans Empfangsgerät, das neben dem nummerischen Wert auch den Verlauf und einen Trendpfeil anzeigt. Im Empfangsgerät sind individuell festgelegte Grenzwerte hinterlegt. Werden diese tangiert, wird Alarm ausgelöst und der Betroffene damit aufgefordert, entsprechend zu reagieren. Daher sind diese Geräte ein Segen für all diejenigen, die schwere Hypowahrnehmungsstörungen haben.
Jede Messmethode hat in den aktuellen Versionen Stärken und Schwächen.

veröffentlicht am 19. Mai 2016

© Abbott