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Diabetiker aufgepasst: Unterzucker durch Medikamente

Dass Insulin bzw. Tabletten, die die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse anregen, Unterzuckerungen auslösen können, weiß jeder damit behandelte Diabetiker!

 

Aber auch andere Medikamente können Unterzuckerungen auslösen, ohne dass Diabetiker damit rechnen. Dies kann über verschiedene Mechanismen geschehen: Manche Wirkstoffe regen als Nebenwirkung die Bauchspeicheldrüse zur vermehrten Insulinfreisetzung an – das betrifft nur Diabetiker, die noch über eine Insulin-Eigenproduktion verfügen. Andere Medikamente hemmen die Magenentleerung – ein Problem für insulinspritzende Diabetiker: das Insulin wirkt, die Kohlenhydrate, die damit abgedeckt werden sollen, kommen aber noch nicht im Blut an, weil sie zu lange im Magen liegen bleiben. Wieder andere Medikamente blockieren die Zuckerneubildung in der Leber oder verschleiern die Warnsignale von Unterzuckerungen.

 

Die Insulinfreisetzung anregen können einige Arzneimittel gegen Herzrhythmus-Störungen und bestimmte Antidepressiva. Nehmen Sie solche Medikamente ein? Dann fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, ob Ihr Präparat diese Nebenwirkung besitzt. Auch Salicylate (z.B. Acetylsalicylsäure: Aspirin®, ASS) regen die Insulinfreisetzung an – auch hier gibt es Alternativen.

 

Fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker

 

Die Magenentleerung aufgrund der Hemmung der Muskulatur verzögern krampflösende Mittel, ältere Antidepressiva und manche Parkinson-Medikamente. Nehmen Sie solche Medikamente ein und haben eine Unterzucker-Neigung nach dem Essen bemerkt? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt und suchen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten, wie z.B. Umstieg auf ein anderes Medikament oder die zeitliche Anpassung der Insulingabe an die verspätete Aufnahme der Kohlenhydrate.

 

Nicht eigenmächtig absetzen!

 

Manche Betablocker, eingenommen gegen Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Störungen, können dazu führen, dass Unterzuckerungssymptome, also die „Warnsignale“ wie Unruhe, Zittern, Herzklopfen beim Sinken des Blutzuckers, verschleiert werden. Eine bestimmte Art der Beta-Blocker, sogenannte kardioselektive Betablocker, hemmen die Zuckerneubildung in der Leber, so dass sie bei einer Unterzuckerung nicht genügend Zucker ausschütten kann. Gerade insulinspritzende Diabetiker und solche, die Sulfonylharnstoffe oder Glinide (regen die Bauchspeicheldrüse zu vermehrter Insulinausschüttung an) einnehmen, sollten mit Ihrem Arzt sprechen und auf für sie besser geeignete Betablocker umsteigen. (Quelle: Diabetes Ratgeber)

 

Auch wenn Sie solche Medikamente nehmen: Setzen Sie sie bitte niemals eigenmächtig ab! Es gibt immer Lösungsmöglichkeiten - sprechen Sie mit Ihrem Arzt. (mk)

veröffentlicht am 20. Februar 2012

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