Berichte aus dem kontakt

Diabetesmuseum München, Teil 2

Ausflug in die Geschichte der Diabetes-Therapie

Nach einem Vortrag anlässlich „25 Jahre Kinder- und Jugend-Diabetesschulung Kinderhaus Krankenhaus Harlaching“

Spritzen, Pens und Pumpen

1921 wurden zur Verabreichung des Insulins Spritzen benötigt, um das wertvolle Hormon dem Körper zuzuführen. In der Medizingeschichte war dieses Werkzeug schon seit ca. 250 Jahren erprobt worden und hatte sich bewährt.

Im zuckerkranken Leben stellte sich die Glasspritze allerdings als immer zu sterilisierendes, zerbrechliches und mehr oder weniger unhandliches Instrument heraus. Die Spritzen und Kanülen mussten zweimal pro Woche für 15 Minuten im siedenden Wasser ausgekocht werden. Anschließend wurden sie in Alkohol gebettet, um so einer neuen Verkeimung zu entgehen. Von Zeit zu Zeit war das Schleifen der Kanülen nötig, da sie im täglichen Gebrauch stumpf wurden.

So atmeten die Betroffenen auf, als Anfang der 70er Jahre die sterilen Einweg-Plastikspritzen mit sehr viel feineren Nadeln auf den Markt kamen.

1985 brachte die Firma Novo den ersten Pen heraus. Dieser Pen hatte wirklich die Form eines Kugelschreibers. So haben diese Insulindosierhilfen ihren Namen erhalten. Die Pens werden in weiterer Folge durch feinere Nadelaufsätze, verschieden große Abgabeschritte bis hin zu halben Einheiten für Kinder und durch Farbe und Form zeitgemäßer. In den letzten Jahren hat sich der Pen zu einem Einwegartikel entwickelt.

Trotz Mehrfachspritzen schafften es viele Diabetiker(innen) nicht, eine normnahe Stoffwechseleinstellung zu erreichen. So begannen Wissenschaftler in den 70er Jahren mit dem Bau von Insulindosiergeräten mit kleinem Elektromotor, der eine kleine Pumpe antreibt.

1981 kam in Deutschland die erste Insulinpumpe heraus. Es war die Promedos der Firma Siemens. Andere Pumpen folgen seitdem von unterschiedlichen Herstellern.

Viele Patienten stürzten sich auf diese neuen Errungenschaften. Das Leben ist für sie wieder ein Stück leichter und bequemer, trotz Schlauch und Katheternadel.

Die kontinuierliche Glukosemessung in Kombination mit einer Insulinpumpe eröffnet vielleicht für die Zukunft neue Möglichkeiten, den Stoffwechsel von Diabetikern zu optimieren.

Liebe Langzeit-Diabetiker! Wir sind immer auf der Suche nach älteren und seltenen  Exponaten zur Erweiterung unseres Museums! Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Anja und Werner Neumann
DiabetesMuseum München
Tel: (089) 56 42 18

veröffentlicht am 24. Februar 2010

© Max Schreder