Berichte aus dem kontakt

Demenz oder nur vergesslich?

Das war das April-Thema der SHG Röthenbach. Frau Claudia Brunner, Mitarbeiterin der Diakonie, Fachstelle für pflegende Angehörige für den Landkreis Nürnberger Land, versuchte einen Einblick in diese umfangreiche Problematik zu geben - nicht jede Vergesslichkeit bedeutet Alzheimer – vieles ist heilbar!


Demenz wird mit einem zerfallenen Puzzle verglichen – es fehlen immer mehr Teile. Allein die verschiedenen Formen der Demenz zeigen, wie vielfältig das Krankheitsbild sein kann:

  • Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT)
  • Lewy-Körperchen-Demenz
  • Vaskuläre Demenz
  • Sekundäre Demenz

 
Selbst die sekundäre Demenz hat ein vielfältiges Erscheinungsbild: Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen, Beeinträchtigung von Kurzzeitgedächtnis, örtlicher und personeller Orientierung oder Angstzustände können u. a. ein Hinweis auf Flüssigkeitsmangel sein. Depressionen sind dagegen häufig schwere psychische Erkrankungen, die sich durch Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Beeinträchtigung von Konzentration und Merkfähigkeit äußern. Hier gibt es Möglichkeiten zur Mitbehandlung durch Lob für Fortschritte, gemeinsame Aktivitäten und kleine Tagesziele, viel Einfühlungsvermögen.


Die Demenz vom Alzheimer Typ (DAT) wird in sieben Stufen eingeteilt. Während man in Stufe 1 noch keine Einschränkungen bemerkt und in Stufe 2 die Beeinträchtigungen noch selbst feststellen kann, sind auf Stufe 3 schon geringe Leistungseinbußen vorhanden. Wort- und Namenfindungsstörungen, Gegenstände werden verlegt, Konzentration und Merkfähigkeit lassen nach. Auf Stufe 5 gibt es mittelschwere Einbußen und man ist auf Hilfe angewiesen. Wichtiges wird vergessen, man ist oft räumlich und zeitlich desorientiert: Nicht mehr Autofahren! Auf Stufe 6 bis 7 baut der Körper mehr und mehr ab: Bewegungs- und Koordinationsschwierigkeiten, verlorenes Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis ungenau. Die Abhängigkeit von einer Pflegeperson ist unumgänglich!


Welche Bedürfnisse bleiben bei Demenz? Liebe, Bindung, Trost, Identität
Zum Schluss wies Frau Brunner hin, dass man das Demenzrisiko verringern kann:

  • Nicht rauchen, nicht regelmäßig Alkohol trinken
  • Weniger tierische Fette, hochwertige Pflanzenöle verwenden
  • Regelmäßig Meeresfisch essen, viel Obst und Gemüse
  • Regelmäßig geistig aktiv sein, starke emotionale Belastungen vermeiden
  • Bewegung, Bewegung, Bewegung – Normalgewicht anstreben und halten


Zwangsläufig ergaben sich bei diesem komplexen Thema noch viele Fragen, die Frau Brunner geduldig beantwortete. Danach wurde sie mit viel Applaus und einer Riesenorchidee als Dankeschön verabschiedet. (Brigitte Laue)

veröffentlicht am 07. August 2017