Berichte aus dem kontakt

Achtung: Diabetiker in Kemnath!

Wiederaufleben der Informationsveranstaltungen

Am 19. April eröffnete der Regionalvorsitzende Karl-Heinz Stupka nach längerer Abstinenz und vor außergewöhnlich großem Publikum eine neue Informationsveranstaltung für betroffene Diabetiker und Angehörige in Kemnath. In seiner Begrüßung wies er hin, dass Wissen die oft vorhandenen, undefinierbaren Ängste um die Krankheit Diabetes abbauen hilft. Wem die Zusammenhänge bekannt sind, wer um die Möglichkeiten einer aktiven Lebensgestaltung weiß, kann das Leben mit Diabetes viel gelöster, positiver und engagierter angehen. Um dafür einen Beitrag zu leisten, organisiert der Diabetikerbund Bayern z. B. solche Informationsabende.

An diesem ersten Abend sprach der Diabetologe Dr. Gerhard Eberlein im Kemnather Ärztehaus über das Thema „Bewährtes und Neues aus der Diabetologie“. Bei diesem Vortrag standen vor allem die Typ-2-Diabetiker im Mittelpunkt, die auch den Löwenanteil der interessierten Zuhörer stellten. Zu Beginn seiner Ausführungen wartete der Referent mit alarmierenden Zahlen auf: “Derzeit gibt es in Deutschland etwa 10 Millionen Diabetiker, die weltweite Zunahme dieser Stoffwechselerkrankung ist alarmierend!“ Dann ging er auf die gesundheitlichen Folgen, wie vorzeitiger Herztod, Schlaganfall, Amputationen und Erblindungen, ein. Gerade der am häufigsten vorkommende Typ 2 ist der Preis für unsere Zivilisation und unseren Wohlstand. Er ist die Folge unseres häufig sehr ungesunden Lebensstils. Das allzu üppige Essen, falsche Ernährung und der unseren Alltag bestimmende Bewegungsmangel haben zu dieser schon fast epidemischen Ausbreitung der Zuckerkrankheit geführt.

Nach Aufzeigen dieser Dramatik sprach der Referent die vielfältigen Möglichkeiten der Behandlung, noch besser Vorsorge, an. Bei der Vorsorge hat es der Einzelne selbst in der Hand, mit Ernährung und Bewegung seine Situation zu verbessern. Über die Erläuterung des BMI (Body mass index) und der Kalorienreduzierung ging es zur Ernährungsumstellung. Als erstes sollte das gefährliche Übergewicht reduziert werden. Dies müsse aber mit einem realistischen Plan in Angriff genommen werden, wobei die Gewichtsverringerung in kleinen Schritten erfolgen sollte. „Hüten Sie sich vor radikalen Abnehmkuren, die Sie nicht durchhalten können“ warnte Dr. Eberlein. Als weiterer Schritt wurde regelmäßige und ausreichende Bewegung aufgezeigt, die aber auch Spaß machen sollte. „Dreimal in der Woche eine halbe Stunde walken, laufen oder Radfahren senkt den Blutzuckerspiegel und gibt einem das Gefühl des körperlichen und seelischen Wohlbehagens.“ Als dritte Säule wurden dann die einzelnen Medikamente besprochen, wobei im Ausblick auf eine weitere Veranstaltung schon auf die „GLP-1-Analoga-“ und die „DPP-4-Hemmungs-Zusatztherapie“ hingewiesen wurde.

Herr Stupka bedankte sich für die umfangreiche Grundlageninformation und bot den Teilnehmern an, sie über weitere Veranstaltungen rechtzeitig zu informieren. Ungefähr 20 Zuhörer nahmen dieses Angebot an und hinterließen ihre Anschrift, Tel.-Nr. oder E-Mail-Adresse. Auch Leser dieses Artikels, die an der nächsten Diabetikerinfo in Kemnath Interesse haben, können unter der Handy-Nr. 0175/9110988 (Herr Stupka) ihre Anschrift oder Tel.-Nr. hinterlassen und werden dann rechtzeitig vor der Veranstaltung benachrichtigt.

Karl-Heinz Stupka

veröffentlicht am 22. Juni 2010

Dr. Gerhard Eberlein (li.), Karl-Heinz Stupka © Josef Zaglmann