Berichte aus dem kontakt

60 Jahre Deutscher Diabetiker Bund, 60 Jahre Kirchheim-Verlag

Beides wurde am 19. November 2011 gemeinsam in Nürnberg mit über 300 geladenen Gästen u.a. aus allen Landesverbänden im Barfüßer gebührend gefeiert.

 

Neben Speis und Trank und guter Musik wurden viele Reden gehalten. Dieter Möhler, Bundesvorsitzender des DDB, und Manuel Ickrath, damaliger Geschäftsführer des Kirchheim-Verlags begrüßten die Gäste und führten durch das Programm, das ich jetzt gar nicht ganz detailliert darstellen möchte. Ich beschränke mich auf die Highlights.

 

Dieter Möhler gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des DDB: Rudolf Beining und sechs weitere Personen gründeten am 2. Januar 1951 den Deutschen Diabetiker Bund neu, die erste Bundesgeschäftsstelle wurde in Bad Windsheim eingerichtet. „60 Jahre DDB bedeuten 60 Jahre Einsatz für Diabetiker“. Dieter Möhler: „Wir stärken Betroffenen den Rücken, um ihnen auch mit ihrer Einschränkung eine Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.“ Er versprach, der DDB werde sich weiterhin für eine gute Diabetikerversorgung stark machen – Diabetiker dürfen keinesfalls zu „Opfern gesundheitspolitischer Sparzwänge“ werden. „Der DDB steht für Nachhaltigkeit – was wir heute tun, soll auch in Zukunft wirken!“ Der DDB wird auch weiterhin eng mit Medizin und Wissenschaft zusammenarbeiten, wobei aber gilt: Selbsthilfe kann nur Interessensvertretung durch Betroffene sein. „Wir wollen nicht, dass man über uns, sondern dass man mit uns spricht!“

 

In Vertretung von Dr. Marcel Huber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, war Staatssekretärin Melanie Hummel gekommen. Sie sprach dem Deutschen Diabetiker Bund als größter Selbsthilfeorganisation ihre Anerkennung für 60 Jahre erfolgreicher ehrenamtlicher Arbeit aus. Und: Sie verspricht für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit zum Wohle der Diabetiker in Bayern. Wir werden sie beim Wort nehmen!

 

Auch Prof. Dr. Hellmut Mehnert, nun schon über 80 und vielen von Ihnen noch als Chefarzt vom Krankenhaus München-Schwabing oder als Chefredakteur des Diabetes Journals bekannt, berichtete aus der Vergangenheit. Besonders interessant: 1967 startete man in München eine Fragebogenaktion ähnlich dem Diabetes-Risiko-Test, denn auch schon damals gab es eine hohe Anzahl unentdeckter Typ-2-Diabetiker, die man mit dieser Aktion identifizieren wollte. Man schrieb alle Münchner an, der Rückumschlag lag frankiert bei. Die Rücklaufquote betrug 72 % - ein toller Erfolg. Bei dieser Aktion wurden 7000 neue Diabetiker entdeckt. Die Kosten für die Aktion waren hoch, aber ein kleiner Trick senkte die Portokosten um sage und schreibe 100.000 DM: Die Rückläufer waren ganz legal als Drucksache freigemacht, weil zur Beantwortung der Fragen Ecken belassen oder abzuschneiden waren – eine geniale Idee.

 

Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend inmitten der Nürnberger Altstadt. Zum Gedenken an Sir Frederick Banting und dem Weltdiabetikertag erstrahlte der Barfüßer als „Leuchtfeuer der Hoffnung“ in blau und machte viele Passanten auf uns, den Deutschen Diabetiker Bund, aufmerksam. (mk)

veröffentlicht am 20. Februar 2012

Historischer Mautkeller ©Timm Nüchter

Die Gastgeber des Abends: Dieter Möhler (li.) und Manuel Ickrath ©Timm Nüchter

Die Hugos, Vokal-Ensemble ©Timm Nüchter