Diabetes-Interessengemeinschaft Dingolfing

Dingolfing feiert 20 aktive Jahre

Cornelia Haslbeck (li) und Resi Hobmeier (re) überbringen Josef und Ingrid Rehmeier den Dank der Gruppe: einen „Saustall“ und Blumen
Ein starkes Team (v.li.n.re.): Josef Rehmeier, Johann Kahle, Marion Tremel, Sebastian Sichart, Josef Reisinger

Mit einem Rückblick auf 20 schöne und ereignisreiche Jahre feierte die Diabetes-Interessengemeinschaft Dingolfing am 20. April ihr großes Jubiläum. Mit dabei waren neben den Gruppenmitgliedern zahlreiche Begleiter und Unterstützer der letzten beiden Jahrzehnte und Johann Kahle, ehemaliger langjähriger stellv. Vorsitzender des Diabetikerbund Bayern.


Josef Rehmeier hieß im Namen der Diabetes-Interessengemeinschaft langjährige Aktive und Begleiter der Gruppe herzlich willkommen. Anschließend übergab er das Wort an den Ehrengast Johann Kahle. Er ist in Dingolfing kein Unbekannter – er war oft Referent und Berater, bei Vorträgen in der Gruppe und auf jedem Diabetikertag! „Er ist ja fast schon ein Einheimischer“, sagte Rehmeier.


Ehrengast Johann Kahle



Johann Kahle überbrachte mit den Grüßen und Glückwünschen des Diabetikerbund Bayern ein kleines Geschenk. Er dankte allen Mitgliedern, die zum Erhalt der Diabetes-Interessengemeinschaft beigetragen haben und beitragen, denn ein solches Engagement ist keinesfalls selbstverständlich. „Mein besonderer Dank gilt Sepp Rehmeier für seinen langjährigen Einsatz.“ Er appellierte an alle Diabetiker, das Angebot der Gruppe anzunehmen. „Die Informationen aus Erfahrungsaustausch und Vorträgen helfen, den Alltag mit Lebensfreude und Lebensqualität zu bewältigen. Jeder Diabetiker ist aufgerufen, konsequent Eigenverantwortung für seine Erkrankung zu übernehmen, um kompetenter Partner des Arztes sein und Folgeerkrankungen möglichst vermeiden zu können.“ Das habe ihn, Typ 1-Diabetiker seit 40 Jahren, bisher vor Folgeerkrankungen des Diabetes bewahrt.


Danach berichtete Sepp Rehmeier von den Anfängen der Interessengemeinschaft: „Im Jahr 1996 las nicht nur ich in der Zeitung, dass sich Diabetiker in Landau treffen.“ Viele Interessierte waren damals nach Landau gekommen und schon beim ersten Treffen sprach man über „seinen Diabetes“. Da einige Dingolfinger anwesend waren, beschlossen diese: „Wir Dingolfinger treffen uns künftig in Dingolfing.“ Starthelfer war damals Heidi Walter, die anfangs die Treffen im Diakonischen Werk in der Oberen Stadt organisierte und bereits erste Veranstaltungen anbot. Im Folgejahr war der Raum schon zu eng geworden - die Interessengemeinschaft zog in den Gasthof „Alte Post“ um, wo sie von den Wirtsleuten, der Familie Neudecker, gut aufgenommen und unterstützt wurden. Dabei blieb es auch bei den Nachfolgern, der Familie Ruthard und heute der Familie Rieger mit ihrem Team. „Im "Postbräu", wie die Gaststätte heute heißt, sind wir bestens aufgehoben“ betonte Sepp Rehmeier.


„Es wurde in den vergangenen 20 Jahren, und ich denke, ich darf das mit etwas Stolz sagen, einiges organisiert", so Rehmeier bei seinem Rückblick. Seine Aufgabe als Leiter war die Gesamtorganisation in allen Bereichen, sowie die Organisation von Vorträgen und Jahresprogramm – er war Ansprechpartner für alle und alles. Weitere Mitglieder der Gruppe haben ihn in seinem Amt über die Jahre sehr unterstützt. Er stellte sie namentlich mit ihren Aufgaben vor: Marion Tremel war und ist für die Kasse verantwortlich. Früher organisierte sie auch die Sportgruppe, die sich leider aufgelöst hat. Josef Reisinger plante Jahresausflüge und Sonderfahrten und trat zu Weihnachtsfeiern als heiliger Nikolaus auf, begleitet von Erich Schermer als Krampus. Sebastian Sichart organisierte die Kegelabende, die auch heute noch am 2. Donnerstag im Monat im Kolpinghaus stattfinden. Rehmeier dankte seinen drei Helfern für den geleisteten Einsatz und die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Die Ziele der Interessengemeinschaft seien zugleich deren Motto: „Jeder Diabetiker soll sein eigener Experte werden“, betonte Rehmeier. Darum ist auch der Erfahrungsaustausch so wichtig. Hierbei gelten strenge Regeln: Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe. Vertraulichkeit ist besonders wichtig. „Wir ergänzen, ersetzen jedoch nicht die Ärzteschaft“ erklärte Rehmeier ganz entschieden.


64 Vorträge wurden zu einer Vielzahl von Themen organisiert, darunter welche zu neuesten technischen Hilfsmitteln wie Blutzuckermessgeräten, Insulinpens, Insulinpumpen oder neuen Insulinen und Medikamenten. Low-Carb-Produkte wurden vorgestellt und zugleich im Selbstversuch getestet, wie sie sich auf den Blutzucker auswirken. Gruppenmitglied und Imker Martin Peter erklärte die Honigproduktion seiner Bienen. „Wie ernähre ich mich richtig?“ und „Was muss ich als Diabetiker tun, um keine Folgeschäden zu erleiden?“, waren weitere Themen.


„Diabetologen sind Experten in Sachen Diabetes und fester Bestandteil im Leben von Diabetikern“, betonte Rehmeier. Diabetologen und Diabetologinnen von Landshut bis Deggendorf und aus dem näheren Vilstal unterstützten die Interessengemeinschaft durch sehr gute und informative Vorträge. Diabetiker sollten sich rechtzeitig vom Hausarzt zum Diabetologen überweisen zu lassen. „Wenn beide gut zusammenarbeiten, sind wir Diabetiker bestens betreut.“ Lange Jahre wirkte die Interessengemeinschaft Dingolfing an den von der Diabetologin Dr. Florentine Opitz organisierten Diabetikertagen mit, um sich und die Arbeit des Diabetikerbund Bayern darzustellen und auf die Selbsthilfegruppen Dingolfing und Frontenhausen aufmerksam zu machen.

Vorstände des Diabetikerbund waren zu Gast in der Gruppe und stellten die Arbeit des Verbands und die Vorteile einer Mitgliedschaft vor: „Der Diabetikerbund Bayern ist die "Gewerkschaft" der Diabetiker. Viele Mitglieder bedeuten eine starke Lobby in der Politik und Gesellschaft, betonte Rehmeier. Auch die Interessengemeinschaft ist seit vielen Jahren Teil des Diabetikerbund Bayern.


Gemeinsam erlebten wir besinnliche, vergnügliche und sportliche Aktionen. Jedes Jahr wurde auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Der Nikolaus mit seinem Krampus las zwar jedem Diabetiker die Leviten, trotzdem stand geselliges Beisammensein immer im Vordergrund. Fester Bestandteil war die Sport- und Walkinggruppe, die sich leider aufgelöst hat. Wanderungen und Radltouren gibt es noch immer. Ein weiterer fester Bestandteil sind die Jahresausflüge, Sonderfahrten und Firmenbesuche. Bei Ausflügen wurde trotz Schiffs- und Plättenfahrten, Museums-, Schloss- und Klosterbesuchen auf ausreichend Bewegung geachtet, damit die Kohlenhydrate, zugeführt bei der Einkehr in Gaststätten und Biergärten, auch wieder verarbeitet wurden. Ein Höhepunkt war der Besuch der Partnerstadt Enns und deren Gegenbesuch in Dingolfing: Eingeladen von Diabetikern, der Herzgruppe und dem Bürgermeister von Enns war es ein schönes Erlebnis. Auf Einladung von Rosi Steinberger, MdL, Bündnis 90/Die Grünen besuchten wir den Landtag. Neu ist die Mitarbeit beim Round Table des Diabetesinformationsdienstes München, der auf seiner Homepage für alle Diabetiker interessante Inhalte zur Verfügung stellt und hierzu die Kompetenz der Betroffenen sehr gerne einbezieht. Gemeinsam besuchten wir die Patiententage Diabetes im Klinikum Rechts der Isar in München mit vielen interessanten Vorträgen von namhaften Wissenschaftlern – wobei nach dem Fachlichen vergnügliche Unternehmungen wie der Besuch des Valentinmuseums“ oder des Münchner Biermuseums folgten.


Nun sollte es aus Sicht von Sepp Rehmeier zum gemütlichen Teil des Abends übergehen – doch daraus wurde erst einmal nichts, denn jetzt übernahmen Cornelia Haslbeck und Resi Hobmeier das Zepter und überraschten ihn und seine Frau Ingrid: In Gedichtform überbrachten sie den Dank der Interessengemeinschaft für die viele Arbeit in vergangenen Jahren. Beim anschließenden gemeinsamen Essen tauschte man noch viele Erinnerungen aus – es wurde ein langer, gemütlicher Abend. (Josef Rehmeier)